Rezension Ich musste sie kaputt machen von Stephan Harbort

Ich musste sie kaputt  machen

Erschienen am: 11. Oktober 2013 – Preis: 9,99 € – Sachbuch

Verlag: Ullstein – Taschenbuchausgabe: 384 Seiten – ISBN: 978-3548374796

*LESEPROBE*

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Der Name Joachim Georg Kroll steht für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. In mehr als zwei Jahrzehnten tötete der Serienmörder mehrere Frauen und Mädchen, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Mit analytischer Schärfe untersucht der bekannte Kriminalist Stephan Harbort den Fall des »Jahrhundertmörders«. Dabei entsteht das beeindruckende Psychogramm eines Mannes, der zeit seines Lebens von seinen Trieben gesteuert wurde.

Inhalt

Deutschlands bekanntester Serienmörder Joachim Georg Kroll wurde am 17.April 1933 in Hindenburg geboren und wuchs in einer ärmlichen Großfamilie auf. Er war immer das schwarze Scharf in der Familie, Bettnässer, wurde hart bestraft, Liebe und Zuwendung gab es ab und an von der Mutter, wenn die Zeit es zuließ. Er litt unter der Zurückweisung seiner Geschwister und wurde von seinem Vater sehr früh aus dem Hause getrieben. Mit gelegentlichen Aushilfsjobs auf Bauernhöfen kämpfte er sich durchs Leben. Kontakt zu anderen Menschen vermied er. Er lebte in seiner eigenen Welt und zog sich mehr und mehr zurück. In der Pubertät kamen das Interesse und das Verlangen nach Frauen und Sexualität, doch durch seine stumpfe und gefühllose Art, erntete er nur Abweisung. Der Drang nach der sexuellen Befriedigung steigerte sich enorm und durch Selbstbefriedung und Sex mit Tieren konnte er diesen für kurze Zeit mindern. Doch lange konnten diese Praktiken sein Verlangen nicht stillen und er wurde zur einer tickenden Zeitbombe. Im Alter von 22 Jahren verlor er seine Mutter und kurze Zeit später beging er seinen ersten Mord an einer schwangeren Frau. Seine weiteren Opfer, überwiegend Frauen und Mädchen, suchte er sich zufällig aus, um seinen sexuellen Drang zu bändigen. Er verfolgte seine Opfer und überfiel sie hinterrücks, würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit, verging sich sexuell an ihnen und tötete sie, aus Angst, gefasst zu werden, um sein Verlangen zu stillen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang tötete Kroll, ohne gefasst zu werden. Trotz DNA am Tatort, führten die Spuren nicht zum ihm, denn bereits vorbestrafte Täter gerieten in den Kreis der Verdächtigen und wurden für diese Taten beschuldigt. Somit konnte Kroll weiter morden, bis ihn die Polizei 1976 in seiner Wohnung verhaftete.

Kroll gestand zuerst die Morde und kooperierte mit der Polizei. Kurze Zeit später wand sich das Blatt und er zog seine Geständnisse zurück und schwieg für lange Zeit. Erst drei Jahre nach der Festnahme begann der Prozess gegen die Bestie vom Rhein. Kroll gestand erneut die Morde, ihm konnten aber nur acht von 11 Morden aus Mangel an Beweisen nachgewiesen werden. Er bekam lebenslänglich und verstarb 1991 in der JVA Rheinbach.

Meine Meinung

Ich bin immer noch sprachlos und mir fehlen die Worte für diese Geschehnisse. Wie konnte ein Mörder so lange Zeit sein Unwesen treiben? Stand die Polizei unter dem Druck der Öffentlichkeit, endlich dem Ganzen ein Ende zu setzen und einen Mörder zu präsentieren, der überhaupt nicht für die grausamen Taten verantwortlich war? Wie viel Leid und Schmerz den Familien der Opfer zugefügt wurde, kann man schwer in Worte fassen.

Stephan Harbort durchleuchtet den Jahrhundertfall in der deutschen Justiz anhand von unterschiedlichen Quellen, schildert in seinem umfangreichen Buch die Geschichte des Joachim Georg Kroll auf eine sehr sachliche Weise.

Fazit

Erschreckend und angsteinflößend, denn alles, was in diesem Buch steht, passierte in Wirklichkeit. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich die Bücher von Stephan Harbort – denn das ist sein Spezialgebiet!

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Stephan HarbortStephan Harbort, geboren 1964 in Düsseldorf, ist Kriminalhauptkommissar und Deutschlands bekanntester Serienmord-Experte. Er entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern und ist als Fachberater für TV-Beiträge tätig.

( Bild-/ Textquelle: Ullstein Verlag )

Homepage von Stephan Harbort:

http://www.der-serienmoerder.de/

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Rezension Aus reiner Mordlust von Stephan Harbort

Aus reiner Mordlust

Kurzbeschreibung1

Es gibt Menschen, die den Drang dazu verspüren zu töten – ohne Motiv, ohne Auftrag. Doch was geht wirklich in den Köpfen dieser Thrill-Killer vor? Stephan Harbort ist Experte für Serienmorde und befasst sich nun als Erster grundlegend mit dem Phänomen der Mordlust. Er schildert die Taten, die Ermittlungen und gibt Einblick in die psycho­logischen Hinter­gründe dieser Fälle.

Inhalt1

„Taten aus reiner Mordlust liegen an der äußersten Grenze des Nachvollziehbaren, aber jenseits des Erträglichen.“

Der Experte für Serienmörder, Stephan Harbort, stellt in seinem sehr schockierenden Buch acht seiner spektakulärsten Fälle vor. Seine Hauptaufgabe besteht darin, nachzuforschen, wie es zu dieser Tat kam bzw. kommen konnte. Durch intensive Gespräche und direkten Blickkontakt gibt der Proband Stück für Stück seiner grausamen Tat Preis. Der Experte hinterfragt und durchleuchtet die Ursachen für solche maßlosen Verbrechen. Was animierte den Täter zu dieser Tat und wie suchte er sein Opfer aus. Für Harbort steht fest, ein Täter wird man nicht von heute auf morgen. In den meisten Fällen ist bei den Tätern eine schwere Kindheit festzustellen. Sie leiden zusätzlich unter Persönlichkeitsstörungen oder psychischen Erkrankungen. Dazu kommen weitere Schicksals- und Tiefschläge im bisherigen Leben. In ihren Köpfen entstehen durch verschiedene Dinge Phantasien, die sie befriedigen und in denen sie überleben, bei all dem Schmerz. Ein Ort, an dem sie der Herr über Leben und Tod sind. Doch diese Phantasien sind vergleichbar mit einer tickenden Zeitbombe. Wenn die Maximalphantasie erreicht ist, dann kommt der Zeitpunkt, wo all die Phantasien in die Tat umgesetzt werden.

Dieses Buch dient zur Aufklärung und Beantwortung vieler Fragen rund um Menschen, die ein grausames Verbrechen begangen haben. Wer sind diese Menschen in Wirklichkeit und was passiert, wenn die dunkle Seite die Oberhand gewinnt? Das möchte Harbort herausfinden.

Fazit1

Der Experte Stephan Harbort gewährt Einblicke in menschliche Abgründe und zeigt auf, zu was Menschen fähig sind. Zu Beginn wird man an dieses Buch herangeführt und man erfährt sehr viel Allgemeines und Wissenswertes zu diesem Thema. Während des Lesens spürt man eine gewisse Kälte und trifft immer wieder auf schockierende Szenen. Oftmals musste ich das Buch zur Seite legen, da mir die Vorstellung mancher Verbrechen die Luft zum Atmen nahm.

Im Anhang findet man eine ausführliche Darstellung/Zusammenfassung der „Tötungsdelikte aus Mordlust“ in Deutschland aus den Jahren 1970-2012. Nach dieser Synopse ist der Durchschnittstäter zwischen 14-20 Jahre alt. Die Täter sind oftmals durch Scheidung der Eltern geprägt oder sie sind z.B. Einzelgänger und bereits durch andere Delikte vorbestraft. Die Opfer sind überwiegend männlich, ledig und wurden in 49,7% der Fälle erstochen. Der sogenannte Overkill, d.h. wenn mehr Gewalt angewendet wurde, als zur bloßen Tötung notwendig wäre, ist in mehr als die Hälfte der Tötungen nachgewiesen. Ein schockierendes Ergebnis….

Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich dieses spannende und interessante Buch sehr gerne weiter. Für mich steht fest, dass ich weiterhin Bücher von Stephan Harbort lesen werde.

Dieses Buch bekommt von mir

5-5. . . . . . . . . . . . . .

S.H.Stephan Harbort, Jahrgang 1964, ist Kriminalhauptkommissar und führender Serienmordexperte. Er sprach mit mehr als 50 Serienmördern, entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern und ist Fachberater bei TV-Dokumentationen und Krimi-Serien. Stephan Harbort lebt in Düsseldorf.

( Quelle: Droemer Knaur )

Homepage von Stephan Harbort:

http://www.der-serienmoerder.de/

Rezension Der Würger von Düsseldorf von Hanno Parmentier

Der Würger von Düsseldorf

Kurzbeschreibung1

Die Morde des Rheinländers Peter Kürten in und um Düsseldorf erschütterten 1930 ganz Deutschland und inspirierten Fritz Lang zu seinem Filmklassiker M eine Stadt sucht einen Mörder. Bis heute beschäftigt die Mordserie die Fantasie von Künstlern und Autoren. Der Journalist und Historiker Hanno Parmentier hat sich in den Archiven auf die Spuren des wahren Würgers begeben und zeichnet ein präzises Porträt von Kürten und dem Leben im von der Weltwirtschaftskrise erschütterten Düsseldorf, den Morden und der dramatischen Suche nach dem Täter.

Inhalt1

„Das Böse, es ist nicht fremd und andersartig, es kommt nicht wie ein Sandsturm über uns. Das Böse ist banal und es ist Teil unserer eigenen Geschichte.“

Peter Kürten wurde am 26.Mai 1883 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er wuchs mit seinen 13 Geschwistern und dem alkoholabhängigen Vater unter erbärmlichen Umständen auf.

Bereits im frühen Kindesalter, Kürten war zu dieser Zeit 5 Jahre alt, begann er mit dem Töten. Zu Beginn lebte er seine Mordlust an Tieren aus, gefolgt von kleineren Delikten wie Brandstiftung und mehreren Diebstählen. Nachdem er mehrere Jahre im Zuchthaus abgesessen hatte, begab sich Kürten auf die Suche nach Opfern, die er spontan auswählte und die seinen Blutdurst löschen sollten.

Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag, am 25.Mai 1913, drang Kürten in ein Wohnhaus ein und erwürgte die 9jährige Christina Klein und schnitt ihr kurzerhand die Kehle durch. Dieser Mord war der Start einer spektakulären Serie von mehreren Morden und unzähligen gescheiterten Mordversuchen. Überwiegend Frauen waren sein Ziel. Er trat ihnen gegenüber, verwickelte sie in ein Gespräch oder überraschte sie aus dem Hinterhalt. Viele der Opfer haben überlebt oder konnten sich eigenhändig befreien. Peter Kürten war im regelrechten Blutrausch. Mit Hammer, Schere oder Beil schlich er durch Düsseldorf. Von 1921 bis 1925 nahm sich Kürten im thüringischen Altenburg eine Auszeit. Am 12.Mai 1921 trat er seiner zukünftigen Frau Auguste Scharf erstmalig gegenüber. Seine zukünftige Frau war auch kein unbeschriebenes Blatt. Auch sie hatte bereits einen Mord begangen und wurde zu 5 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Nach der Heirat 1925 zog Peter Kürten mit seiner Gattin Augusta zurück nach Düsseldorf. Mit der Treue nahm es Kürten allerdings nicht so genau und seine Frau bemerkte mehrere Frauenbekanntschaften. Trotz der Untreue ihres Mannes blieb sie an seiner Seite und duldete wohl oder übel sein zweites Gesicht. Kaum in Düsseldorf angekommen, beging Peter Kürten von Februar bis November 1929 insgesamt 8 Morde. Nach dem Mord an Rudolf Scheer wurde nach Kürten mit einer Belohnung von 2000 Reichsmark offiziell gefahndet. Trotz Ermittlungen konnte Peter Kürten weiterhin morden, obwohl er sich selbst immer wieder zusätzlich in Gefahr begab. Er besuchte kurz nach dem Mord den Tatort erneut und ergötzte sich an dem Schauspiel der Polizei bei der Spurensicherung. Am 24.Mai 1930 wurde der arbeitslose Peter Kürten in seiner Wohnung verhaftet. Die Polizei wurde durch einen falsch zugestellten Brief auf den Serienmörder aufmerksam. Der Vampir von Düsseldorf wurde wegen neunfachen Mordes, neunmal zu Tode verurteilt. Im Schatten des Kölners Doms wurde Peter Kürten im Juli 1931 mit dem Fallbeil hingerichtet.

Fazit1

Peter Kürten war, laut Hanno Parmentier ein globales Ereignis wie die Olympischen Spiele. Überall sprach man von seinen Morden, von Madrid bis nach New York. Der Gerichtsmediziner Karl Berg befasste sich nach der Hinrichtung ausgiebig mit Peter Kürten und erstellte den ausführlichen, medizinischen Fachbericht „Der Sadist“. Noch heute bedienen sich Regisseure an dem Namen Peter Kürten und seinen grausamen Fällen. Hanno Parmentier durchleuchtet den Fall aus einer anderen Perspektive. Er beschäftigt sich mit den Opfern und der Vorgehensweise des Serienmörders. Anhand von Dokumenten, Tatortfotos, Akten und Briefen will er entstandene Irrtürmer und Legenden ins rechte Licht rücken.

 

Ein spannendes zudem grausames Buch, was mich ein paar Stunden Schlaf gekostet hat. Wer sich für dieses Gerne und die Geschichte deutscher Serienmörder interessiert, dem empfehle ich das Buch unbedingt weiter.

5-5

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Hanno Parmentier ist in Neuss geboren und studierte Geschichte, Anglistik und Sozialwissenschaften in Marburg und Köln sowie Musikwissenschaft in Frankfurt am Main. Parmentier arbeitet als Journalist und lebt seit 1988 in Düsseldorf.

(Quelle: Sutton Verlag)

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Vielen Dank an den

Sutton Verlag

für die Bereitstellung des Leseexemplars.