Rezension Warum Menschen töten von Claudia Brockmann

Warum Menschen töten

Kurzbeschreibung1

Warum tötet ein 16-Jähriger ein Kind? Wie verhindert man, dass Entführer ihr Opfer umbringen? Kann man Serientäter stoppen? Claudia Brockmann liest in der Seele der Verbrecher. Seit 25 Jahren unterstützt die Polizeipsychologin Kriminalkommissare und Sonderkommissionen bei der Suche nach der Wahrheit. In ihrem Buch erzählt sie vom Fall „Dagobert“ und anderen spektakulären und ergreifenden Fällen ihrer Karriere. Ein beklemmender Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche.

Inhalt1

Nachdem Claudia Brockmann 1987 erfolgreich ihr Diplom als Psychologin überreicht bekam, nahm sie daraufhin die offene Stelle als Kriminalpsychologin bei der Polizei Hamburg an. Dieser Beruf wurde jedoch zu Beginn zwiespältig betrachtet, da sich alteingesessene Polizisten, mit ihrer jahrelangen Berufserfahrung und Menschenkenntnis, gekränkt fühlten. Schnell stellte sich heraus, dass beide Parteien sich gegenseitig ergänzten und zusammen effektiver und organisierter Verbrechen aufklären konnten. Die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Psychologen war nicht mehr wegzudenken. Seit 2005 leitet Claudia Brockmann die Abteilung Kriminalpsychologische Einsatz-und Ermittlungsunterstützung in Hamburg.

Sie berät Polizeibeamte bei Ermittlungen und Vernehmungen in der operativen Fallanalyse und analysiert den Tatablauf. Zusätzlich sorgt sie für umfangreichen Schutz der Opfer und deren Familien und unterstützt diese mit psychologischer Betreuung.

Wenn Frau Brockmann zu einem Fall hinzugezogen wird, ist es ihre Aufgabe herauszufinden:

Was hat der Täter getan? – Warum hat er das getan? – Wer tut so etwas?

„Die Realität schreibt immer neue spannende Geschichten.“

In diesem Buch gewährt die Kriminalpsychologin Einblick in ihre Arbeit. Man nimmt neben ihr Platz und sichtet mit ihr die Akten außergewöhnlicher Verbrechen.

Ein Teenager lockt ein kleines Mädchen in einen Keller, missbraucht und tötet es. Anschließend steckt er die Leiche in einen Umzugskarton und versteckt diesen in einer Abstellkammer. Immer wieder beteuert er seine Unschuld und verstrickt sich in Lügen, bis sein Kartenhaus zusammenfällt. Was war der Grund für diese Tat?

Im zweiten Fall handelt es sich um den Serienmörder Markus E., der aus der forensischen Abteilung der Hamburger Psychiatrie ausgebrochen ist. Wie entkam er aus dem Hochsicherheitstrakt? Half ihm jemand bei der Flucht?

Weiter geht es mit einem Taxifahrer, der von einem schizophrenen Fahrgast während der Fahrt bedroht und erschossen wurde. Handelte es sich um einen Raubmord?

Am 27.Januar 1999 verschwand die 10jährige Hilal E. spurlos und bis heute gibt es keinerlei Spuren oder eine Leiche von dem Mädchen. Nach erfolglosen Ermittlungen geriet ein Mann ins Visier, der die Tat gestand und vorläufig festgenommen wurde. Dann die plötzliche Wendung, es wurde noch ein vorbestrafter Sexualtäter ins Visier genommen, der in der Vernehmung die Tat ebenfalls zugab. Mord verjährt nicht! Doch wer war der wahre Mörder?

Den krönenden Anschluss macht Dagobert, der mit seinen Erpressungen in die deutsche Kriminalgeschichte einging. Am 13.Juni 1992 explodieren in der Hamburger Karstadt-Filiale drei Rohrbomben – ein erneuter Anschlag des Erpressers Arno Funke gegenüber Karstadt. Es folgten Drohbriefe, weitere Bombenanschläge und mehrere gescheiterte Geldübergaben. Wie schaffte es die Polizei, Deutschlands bekanntesten Erpresser zu schnappen und wofür brauchte Funke das Geld?

Fazit1

Es war ein sehr interessantes aber auch teilweise schockierendes Buch. Die Autorin beschreibt die Abläufe der Verbrechen sehr detailliert und selber stellt man Vermutungen auf, wie es zu der grausamen Tat kommen könnte. Die Vernehmungen sind die Höhenpunkte in diesem Buch. Ich hatte das Gefühl, mit im Raum zu sein, dem Täter gegenüber zu sitzen und das „Spiel“ zwischen Gut und Böse mitzuerleben.

Absolut empfehlenswert!!!

Dieses Buch bekommt von mir:

5-5

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Claudia BrockmannClaudia Brockmann ist seit 25 Jahren Polizeipsychologin beim Hamburger LKA und war bereits an der Lösung zahlreicher prominenter Fälle beteiligt.

Sie trug maßgeblich zur Ergreifung von Mördern bei, koordinierte die Verhöre mit den Reemtsma-Entführern und die Gesprächsführung mit dem Erpresser „Dagobert“.

Claudia Brockmann lebt in Hamburg.

(Quelle: Ullstein Verlag)

 

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