Rezension Der Fall Peggy – Die Wiederaufnahme von Ina Jung und Christoph Lemmer

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Erscheinungstermin: 14. März 2014 – Preis: 0,99 €

Verlag: Droemer Knaur – Ebook: 39 Seiten – ISBN: 978-3426432990

*LESEPROBE*

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Ein Buch mit Folgen: Der Fall Peggy wird wieder aufgenommen.

„Der Fall Peggy – Die Wiederaufnahme“ ist das aktuelle Update zu den Ereignissen um den Vermisstenfall Peggy Knobloch: Die neunjährige Peggy verschwindet am 7. Mai 2001 spurlos. Keine Zeugen, keine Beweise, keine Leiche. Und dennoch wird der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

In ihrem Buch „Der Fall Peggy. Die Geschichte eines Skandals“ legen Ina Jung und Christoph Lemmer haarsträubende Ermittlungspannen und willkürliche Manipulationen offen, die zur Verurteilung führten: Ein systematisches Fehlurteil auf Betreiben von Politik und Justiz. Auch Dank der Recherchen des Autorenduos wird der Prozess gegen Ulvi Kulac im April 2014 neu aufgerollt.
Im Update zum Wiederaufnahmeverfahren berichten Ina Jung und Christoph Lemmer, was seit der Veröffentlichung ihres Buches geschehen ist: Es gibt neue polizeiliche Ermittlungen, die einen dringend Tatverdächtigen in den Fokus rücken. Und die Justiz vollführt eine plötzliche Kehrtwende, die erschreckende Missstände im System offenbart.

Ina Jung und Christoph Lemmer liefern die brisanten Hintergrundinformationen zu einem Fall, der die Öffentlichkeit noch lange beschäftigen wird.

Inhalt

Die Journalisten Ina Jung und Christoph Lemmer sorgten mit ihrem ersten Buch über den Fall Peggy für großes Aufsehen. Sie begannen mit ihren Nachforschungen, interviewten Zeugen, durchforsteten polizeiliche Akten, und rollten den Fall für sich neu auf. Nach Erscheinen dieses Buches im Mai 2013 stieg das Medieninteresse enorm an und der Tatverdacht gegen U. Kulac sank von Tag zu Tag. Immer wieder stießen die Journalisten auf erhebliche Fehler in der damaligen Vernehmung und Zeugen nahmen ihre belasteten Aussagen zurück.

Dank den Journalisten, Kulacs Amtsbetreuerin Gudrun Rödel, die immer an seine Unschuld glaubte, und seinem Anwalt Michael Euler wird das rechtskräftige Urteil gegen Ulvi Kulac aufgehoben und seit dem 10. April 2014 in Bayreuth neu aufgerollt.

Mittlerweile spricht man von einem neuem Tatverdächtigen, der bereits Peggys Freundin sexuell misshandelt haben soll. Dieser befindet sich bereits wegen dieser Tat in Untersuchungshaft, hatte aber zu dem Zeitpunkt vor dem Verschwinden von Peggy Kontakt zu dem Mädchen.

Meine Meinung

Bereits als ich das erste Buch über den Fall Peggy las, war ich schockiert über die Art und Weise der damaligen Arbeit der Polizei. Zeugen wurden mit der unzulässigen Reid Methode eingeschüchtert und unter Druck gesetzt, um Falschaussagen zu Protokoll zugeben und U. Kulac, ein geistig behinderter Mann, wurde des Mordes beschuldigt und verurteilt.

In diesem kurzen Bericht vor der Wiederaufnahme finden die Journalisten Jung und Lemmer erneute dramatische Fehler in den Abläufen, die zur Verurteilung von Kulac führten. Wie können solche Fehler in Deutschland passieren? Das wichtige einflussreiche Gutachten wurde nicht rechtmäßig durchgeführt und zudem dürfte es nicht in die Verurteilung damals mit eingeschlossen werden. Doch leider sah keiner diese Fehler, keiner unternahm Nachforschungen. Für die Polizei war Kulac der Mörder.

Noch läuft der Prozess und ich hoffe, dass sie endlich den wahren Mörder von Peggy finden. Ich werde den Fall weiterhin verfolgen und bin gespannt, wie es für alle Beteiligten endet.

Fazit

Ein spektakuläres Fehlurteil und die Hoffnung auf Gerechtigkeit für U. Kulac

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

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Ina Jung ist Journalistin und Filmautorin beim Bayrischen Fernsehen. Gemeinsam mit Friedrich Ani erhielt sie für das Drehbuch zu dem auf dem Fall von Peggy Knobloch basierenden Spielfilm „Das unsichtbare Mädchen“ den Bayerischen Fernsehpreis 2012.

Christoph Lemmer, geboren 1961 in West-Berlin, studierte BWL und arbeitet seit 1980 als Journalist für Printmedien und Hörfunk.

( Bild-/ Textquelle: Droemer Knaur Verlag )

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Rezension Schockgefroren von Sascha Buzmann

Schockgefroren

Erscheinungstermin: 13. März 2014 – Preis: 9,99 € – Erfahrungen

Verlag: Bastei Lübbe – Taschenbuchausgabe: 288 Seiten – ISBN: 978 – 3404607686

Auch als Ebook erhältlich: KindleEPUB

*LESEPROBE*

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Am 9. Januar 1986 wird der neunjährige Sascha wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt  verschleppt. Stundenlang zerrt ihn der wildfremde Mann in der kalten Winternacht über Feldwege und Wiesen bis zu einem einsamen Grundstück, auf dem ein Wohnwagen steht. Ohne Toilette, ohne Wasser, nachts kommen die Ratten. Fast drei Monate überlebt der kleine Junge, bevor er durch Zufall gerettet wird. Dies is seine Geschichte.

Inhalt

„Die Welt ist gefährlich, und ich war nicht darauf vorbereitet.“

Am 9. Januar 1986 wurde der 9 jährige Sascha Buzmann auf dem Nachhauseweg überfallen und entführt. Der Täter, ein Landstreicher und Alkoholiker hielt den kleinen Jungen über 86 Tage in seiner Gefangenschaft. Fast täglich wurde Sascha schwer misshandelt und er durchlebte ein grausames Martyrium.

Entweder. Oder.

In einem verwahrlosten Bauwagen an einem abgelegen Ort wurde aus dem verängstigten Kind ein Erwachsener, denn nur so überlebte er die Tage in den Händen seines Entführers. Immer wieder wurde er unter Druck gesetzt. Entweder ließ er die körperlichen und psychischen Misshandlungen zu oder sein Peiniger drohte, ihn zu töten.

25 Jahre nach der grausamen Tat nimmt ein Journalist erstmals Kontakt zu Sascha Buzmann auf, um über dessen Entführung zu berichten. Für Sascha ist dies der erste Schritt, um aus der Isolierung auszubrechen und die schreckliche Erinnerung aufzuarbeiten und zu bekämpfen.

Meine Meinung

Sascha Buzmann berichtet über seine verlorene Kindheit, seinen Kampf ums Überleben und über sein Leben nach der Gefangenschaft. In kurzen Kapiteln beschreibt er seine furchtbaren Erlebnisse, parallel zu seiner Rückkehr in ein halbwegs normales Leben.

Dieser spektakuläre Fall erschütterte Deutschland und noch heute berichten die Medien immer wieder von Kindesmisshandlungen und Entführungen. Sascha Buzmann möchte zudem mit seinem Buch Menschen zum aktiven Handeln animieren. Er wünscht sich mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit in bestimmten Situationen, in denen Kinder von fremden Personen angesprochen werden.

Ich kann meine Gedanken schwer in Worte fassen, denn ich bin immer noch schockiert über die Geschehnisse, die er als kleiner Junge durchleben musste. Hass, Wut und tiefe Trauer überkamen mich und oftmals wischte ich mir während des Lesens Tränen aus den Augen. Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt und noch lange Zeit nach dem Lesen beschäftigt.

Fazit

Ein Buch, das den Leser berührt und nachdenklich macht.

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Heute ist Sascha Buzmann 35 Jahre alt. Seit 26 Jahren muss er sein Leben bewältigen, im Gepäck seine traumatische Vergangenheit. Um sich und seiner Zukunft eine Chance zu geben, hat er sich entschlossen, sein Schweigen zu brechen und nun endlich seine Geschichte zu erzählen.

( Textquelle: Bastei Lübbe )

Rezension 110-Ein Bulle bleibt dran von Jonas Cid Gutenrath

110 Ein Bulle bleibt dran

Erscheinungstermin: 11. Oktober 2013 – Preis: 14,99 € – Sachbuch

Verlag: Ullstein extra – Broschierte Ausgabe: 304 Seiten – ISBN: 978 – 3864930072

Auch als Ebook erhältlich: KindleEPUB

*LESEPROBE*

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Mehr als 3.000 Menschen wählen in Berlin täglich die 110. Sie rufen an, weil sie bedroht werden oder überfallen worden sind; weil sie verletzt wurden oder in Gefahr schweben; weil sie den letzten Funken Hoffnung ins Leben verloren haben oder ihren Ehepartner vermissen, der seit Stunden hätte zuhause sein müssen… Cid Jonas Gutenrath hat über ein Jahrzehnt Notrufe bei der Einsatzzentrale der Berliner Polizei entgegengenommen. Die Gespräche, die er dabei geführt hat, verraten viel über Menschen in Ausnahmesituationen, über das Leben in der Großstadt – und sie vermitteln einen exklusiven Insiderblick in die tägliche Arbeit der Polizei. Nach seinem Erfolgsdebüt »110 – Ein Bulle hört zu« legt Gutenrath nun einen neuen Band vor, der vierzig Notruf-Geschichten versammelt. Es sind ergreifende, komische und unglaublich spannende Storys mit oftmals überraschenden Wendepunkten – atemberaubend erzählt, eine Achterbahn der Gefühle.

Inhalt

„Notruf der Polizei, Gutenrath, wie kann ich ihnen helfen?“

Erneut erzählt Cid Jonas Gutenrath von seinen spektakulären Notrufen aus der Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei. In 40 verschiedenen Fällen beweist der „Bulle“ seine Fähigkeit, Menschen zu helfen, sie zu motivieren, Mut zuzusprechen oder einfach nur für sie da zu sein. Die Geschichten von verzweifelten, hilfesuchenden Menschen gehen einem direkt unter die Haut. In diesem Buch schildert er dramatische Fälle, wo er auch manchmal der letzte Mensch ist, mit dem der Anrufer sprach. In anderen Situationen ist er einfach ein Freund, den man durch das Telefon festhalten kann, der immer, egal zu welcher Uhrzeit, die richtigen Wörter findet und ein Mensch, dem man einfach alles anvertrauen kann. Seine Art, wie er mit seinen Anrufern spricht, ist beeindruckend. Ihn bringt nichts aus der Fassung, egal in welcher Situation sich die Menschen gerade befinden.

Meine Meinung

Wieder einmal überraschte der coole und warmherzige „Bulle“ aus Berlin den Leser mit berührenden und teilweise schockierenden Fällen. Diesmal handelt es sich um Ausnahmefälle, wo sich Menschen teilweise in sehr verzwickten oder gefährlichen Situationen befinden. Doch Gutenrath ist für seine Anrufer da und steht ihnen zur Seite. Sei es, sie durch wichtige Handlungen zu manövrieren, Menschen aus der Gefahrenzone zu helfen und oder einfach nur ein guter Zuhörer zu sein. Schade, dass es das letzte Buch von Cid Jonas Gutenrath ist, denn ich mag ihn wirklich sehr. Er hat den Telefondienst aufgegeben und man wird ihn wieder mit seinem Hund auf den Straßen von Berlin antreffen. 

Ich wünsche Herrn Gutenrath alles Gute und vielen Dank für diese zwei atemberaubenden Bücher.

Liebe Grüsse an den Wolf und passen Sie gut auf sich auf!!!!

Fazit

Ein sehr persönliches, ehrliches und beeindruckendes Buch, das einem zum Nachdenken bewegt und das Herz berührt.

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Cid Jonas Gutenrath, *1966, wuchs im Hamburger Rotlichtmilieu auf; weiter ging es mit Lebensstationen wie Kinderheim, Jugendarrestanstalt, Karate-Dojo und der Hamburger Türsteherszene der frühen 1980er Jahre. Nach dem Dienst in Sondereinheiten von Bundesmarine und Bundesgrenzschutz führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er als Streifenpolizist in sozialen Brennpunkten der Stadt wie auch als Zivilfahnder im Bereich Betäubungsmittel und Prostitution tätig war. Knapp ein Jahrzehnt lang nahm er in der Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei, dem „Schaltzentrum der Hauptstadtpolizei“, Notrufe entgegen und erlebte dabei viele schockierende bis herzerwärmende Schicksale mitten aus der Realität unserer Gesellschaft. Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern vor den Toren Berlins.

(Bild/Text-Quelle: Amazon)

Rezension 110-Ein Bulle hört zu von Cid Jonas Gutenrath

110- Ein Bulle hört zu (Blog)

Erscheinungstermin: 9. März 2012 – Preis: 14,99 € – Sachbuch

Verlag: Ullstein extra – Broschierte Ausgabe: 400 Seiten – ISBN: 978-3864930010

Auch als Ebook erhältlich: KindleEpub

*LESEPROBE*

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Ein Freigänger erschlägt seine Frau mit einer Axt, eine verzweifelte Mutter sucht Rat in Erziehungsfragen, ein Yacht-Besitzer empört sich, weil er auf dem Landwehrkanal „geblitzt“ wurde: Wenn Cid Jonas Gutenrath Notrufe entgegennimmt, kommt er den Menschen sehr nahe. Ob er eine Frau zum Weiterleben überredet oder einen kleinen Jungen tröstet – Gutenrath begegnet ihnen allen auf seine ganz persönliche, faszinierende Art. Beim Lesen seiner authentischen Geschichten lacht man Tränen oder es stockt einem der Atem.

Dieses Buch lässt keinen Leser kalt.

Inhalt

„Notruf der Berliner Polizei, Gutenrath, guten Tag.“

Der Polizist und 3facher Familienvater Cid Jonas Gutenrath beschreibt in seinem ersten Buch seinen Werdegang und seine Arbeit in der Berliner Notrufzentrale. Seinen Arbeitsplatz vergleicht er auf lustige Art mit einer geschlossenen Irrenanstalt, wo mitunter 3000 Notrufe pro Tag entgegen genommen werden.

Es handelt sich bei den Anrufern überwiegend um Menschen, die in brenzlichen Situationen stecken und Hilfe benötigen. Jonas Gutenrath möchte in diesem Buch außerdem die Wichtigkeit der Notrufnummer dem Leser an Herz legen, denn die 110 ist nun mal kein Sorgentelefon. Viele Menschen missbrauchen diese Nummer leider immer noch, um ihr Herz auszuschütten oder um einfach nur mal Dampf abzulassen. Doch egal wer anruft, ob groß oder klein, alt oder jung, Jonas Gutenrath probiert alles Mögliche um zu helfen und wenn er dem Anrufer nur sein Ohr leiht. Seine Strategie ist es, sich verbal in das Vertrauen des Menschen zu schleichen, um ihn z.B. von seinem Vorhaben abzubringen. Durch dieses Einfühlungsvermögen erkennt er schnell die Beweggründe und den Charakter des Anrufers und kann blitzschnell reagieren. Zusätzlich benötigt er ein gewisses Fingerspitzengefühl und eine ordentliche Portion Schlagfertigkeit, denn unter den Aufrufern befinden sich auch Menschen, die sich auf gut Deutsch einfach nur einmal auskotzen wollen. Zusätzlich berichtet Gutenrat von außergewöhnlichen Gesprächen, die mir so manches Lachen entlockt haben. Selbst bei diesen hat er immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

„Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“

Meine Meinung

Dieses Buch hat mich mehr als nur begeistert. Schon von Beginn an war mir Jonas Gutenrath sympathisch und ich war gespannt, was mich in diesem Buch alles erwarten würde. Seine authentischen Fälle beschreibt er in seinem Buch in kurzen Kapiteln und es ist ein reinstes Wechselbad der Gefühle. Ich war geschockt, sprachlos, erstaunt und bei dem ein oder anderen habe ich herzzerreißend gelacht.

Fazit

Ein fesselndes und zugleich bewegendes Buch, mit einem interessanten Einblick in die Notrufzentrale der Berliner Polizei.

Vielen Dank an Cid Jonas Gutenrath.

Meine Bewertung:

5-5

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Cid Jonas Gutenrath, *1966, wuchs im Hamburger Rotlichtmilieu auf; weiter ging es mit Lebensstationen wie Kinderheim, Jugendarrestanstalt, Karate-Dojo und der Hamburger Türsteherszene der frühen 1980er Jahre. Nach dem Dienst in Sondereinheiten von Bundesmarine und Bundesgrenzschutz führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er als Streifenpolizist in sozialen Brennpunkten der Stadt wie auch als Zivilfahnder im Bereich Betäubungsmittel und Prostitution tätig war. Knapp ein Jahrzehnt lang nahm er in der Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei, dem „Schaltzentrum der Hauptstadtpolizei“, Notrufe entgegen und erlebte dabei viele schockierende bis herzerwärmende Schicksale mitten aus der Realität unserer Gesellschaft.
Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern vor den Toren Berlins.

(Bild/Text-Quelle: Amazon)

Rezension Der Fall Peggy von Ina Jung und Christoph Lemmer

Der Fall Peggy

Kurzbeschreibung1

Ein Fall, der das ganze Land bewegt: 2001 verschwand die 9-jährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Es gab keine Zeugen, keine DNA, keine Blutspuren, keine konkreten Beweise und vor allem – keine Leiche. Ina Jung und Christoph Lemmer, die über viele Jahre den Fall investigativ recherchiert haben, weisen nun nach, dass die Polizei gezielt auf die Verurteilung von Ulvi Kulac hingearbeitet hat – nicht, weil er der Täter war, sondern damit der Fall endlich zu den Akten gelegt werden kann. Kein Justizirrtum, sondern – schlimmer – ein systematisches Fehlurteil auf Betreiben von Politik und Justiz. Doch es gibt Hoffnung: 2013 wird das Verfahren wieder aufgenommen, auch dank der Recherchen des Autorenduos. Ina Jung und Christoph Lemmer erzählen in diesem Buch den Fall Peggy neu und mit bisher unbekannten Fakten – und decken eine beklemmende Wahrheit auf.

Inhalt1

Die neunjährige Peggy Knobloch verschwindet am 7. Mail 2001 in Lichtenberg (Oberfranken) spurlos. Dieser Fall erschütterte ganz Deutschland und nun erscheint dieses Buch und schildert den Fall aus einer anderen Perspektive.

Aber warum das Ganze, was kommt jetzt an die Öffentlichkeit, was früher niemand erfahren durfte?

Oder hat die Polizei einen Fehler begangen und den falschen Täter verurteilt?

Die Mutter hatte wechselnde Partner in ganz Deutschland und durch die ständigen Ortwechsel wurde Peggy nie heimisch. Das kleine Mädchen war in Lichtenberg unter dem Namen das Schlüsselkind bekannt. Sie war sehr oft auf sich alleine gestellt, unterwegs mit Ihrem City Roller und sie suchte den Kontakt zu anderen fremden Menschen.

War das das Schicksal Ihres Verschwindens?

Sie wünschte sich eine Familie und laut Zeugen bat das kleine Mädchen sogar um Adoption. Wie schrecklich muss das für ein Kind sein, wenn es die Aufmerksamkeit und die Liebe von der eigenen Mutter oder dem Ziehvater nicht bekommt. Als Peggy am 7. Mai 2001 nicht wie gewöhnlich zu Hause eintrifft, wendet sich die Mutter erst gegen späten Abend an die Polizei. Mit einem alten Foto von Peggy wird eine deutschlandweite Suchaktion gestartet. Erst nach 3 Wochen wird das Bild gegen ein aktuelles Bild ersetzt und die Suche beginnt von vorne. Die SOKKO Peggy unter der Leitung von Kom. Behrendt wird gegründet. Trotz der hohen Belohnung von 55000 DM für sachdienliche Hinweise bleibt das Kind weiterhin spurlos verschwunden. Die Unterschiedlichen Vermutungen werden zur Zerreisprobe:

Flüchtete Peggy wegen einem heftigen Streit zwischen Ihrer Mutter und den Ziehvater ?

Oder versteckt die Mutter das Kind vor dem gewalttätigen Partner?

Wurde das Kind in die Türkei entführt?

Dann kam die große Wendung in dem Fall. Nachdem der Ziehvater verdächtigt wurde an dem Verschwinden der kleinen Peggy beteiligt zu sein, wurde die Ermittlung gegen die türkische Familie im Oktober 2011 aus Mangel an Beweisen eingestellt. Die Polizei hatte einen neuen Täter im Visier, den 24jährigen Ulvi Kulac. Mit 2 Monaten erkrankte U. Kulac an Meningitis und von da an blieben geistige Schäden zurück. In Lichtenberg war er sehr bekannt, er war immer freundlich und tat keiner Fliege was zuleide. Ulvi Kulac hatte sehr mit seiner Pubertät zu kämpfen und fiel leider durch seinen Exhibitionismus im Ort negativ auf. Da er vor einem kleinen Jungen onaniert hat wurde den Eltern ans Herz gelegt, ihren Sohn therapeutisch behandeln zu lassen. Vier Tage vor Antritt seiner Therapie wurde Ulvi Kulac mit dem Verdacht, Peggy Knobloch entführt und ermordet zu haben, konfrontiert. Obwohl Kulac seine Unschuld beteuert und nichts mit dem Verschwinden von Peggy zu tun hat, glaubt man ihm kein Wort. Er wird in die geschlossene forensische Psychiatrie des Bezirkskrankenhauses Bayreuth eingeliefert. Die Hypothese der Polizei lautet: Ulvi misshandelte Peggy, ermordete sie 4 Tage später und versteckte die Leiche in einem leerstehenden Haus in Lichtenberg. Nachdem die Leiche nicht gefunden wurde, bleibt die Polizei denoch bei dem Verdacht und den Beschuldigungen, dass Ulvi Kulac der Mörder ist.

Fazit1

Dieses sehr emotionale traurige Buch beschäftigte mich noch lange nach dem ich es zu Ende gelesen habe. Auch wenn ich mich jetzt vielleicht zu weit aus dem Fenster lehne, aber für mich ist Ulvi Kulac zu Unrecht bestraft worden. In meinen Augen war Kulac zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Polizei war am Ende Ihres Lateins und sie mussten endlich einen Täter präsentieren. Wenn man die Fakten, Vernehmungsprotokolle und Zeugenbefragung liest, kann Ulvi Kulac nicht der Mörder sein. Er wurde mit einfachen Sachen wie Schokolade zu Falschaussagen gezwungen und teilweise wurde er ohne Anwalt vernommen. Auch wenn ein geistig behinderter Mensch in Mordverdacht gerät, hat er das Recht, sich zu verteidigen und ihm steht genauso Unterstützung zu wie jedem anderen Verdächtigen. Ich habe mir mehrere Reportagen über diesen Fall angeschaut und wenn ich ehrlich bin, für mich verheimlicht die Mutter etwas. Ich hoffe sehr, dass der Fall neu aufgerollt, der wahre Täter und vor allem die Leiche von Peggy gefunden werden.

In eigener Sache: Ich habe lange überlegt, ob ich diese Rezension posten soll oder nicht. Nach langem hin und her bin ich doch diesem Entschluss gekommen, dass ich meine Meinung über das Buch so veröffentliche auch wenn eventuell eine Diskussion entsteht. Wer sich für diesen Fall interessiert und ihn sogar in Medien verfolgt hat sollte dieses Buch unbedingt lesen und sich seine eigene Meinung bilden.

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Ina Jung ist Journalistin und Filmautorin beim Bayrischen Fernsehen. Gemeinsam mit Friedrich Ani erhielt sie für das Drehbuch zu dem auf dem Fall von Peggy Knobloch basierenden Spielfilm „Das unsichtbare Mädchen“ den Bayerischen Fernsehpreis 2012.

Christoph Lemmer, geboren 1961 in West-Berlin, studierte BWL und arbeitet seit 1980 als Journalist für Printmedien und Hörfunk.

( Quelle: Droemer Knaur Verlag )

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Vielen Dank an den

Droemer Knaur

Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplar !!!

Rezension 3096 Tage von Natascha Kampusch

Natascha Kampusch

Kurzbeschreibung1

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.

Fazit1

Der Gründe warum ich gerade dieses Buch gelesen habe sind doch sehr unterschiedlich. Ich habe diesen Fall nur durch die Medien verfolgt und musste feststellen, dass sich sehr viele Spekulationen was die Wahrheit an ging auftaten. Deshalb erhoffte ich mir die Antworten auf so manche Fragen in diesem Buch. Das Buch ging mir wirklich sehr nahe und ich war geschockt was ich da gelesen habe. Zu Beginn lernt man Natascha Familie und ihr Umfeld kennen und bereits da merkt man, dass sie keine normale Kindheit durchlebte. Dann wird der Leser Zeuge der schrecklichen Entführung und den grausamen Taten des Psychopathen Wolfgang Priklopil. In einen 5qm großem Kellerverlies musste Natascha Kampusch 3096 Tage und Nächte verbringen.

Eine Frage habe ich mir immer und immer wieder gestellt: Warum flüchtet sie nicht bei den gemeinsamen Ausflügen? Wenn man dieses Buch liest, weiß man warum. Die Antwort ist Angst! Angst, dass die Flucht nicht funktionieren würde und welche Strafen und Misshandlungen sie erneut über sich ergehen lassen musste. Desweitern war es auch eine psychologische Macht, fast täglich wurde die mit dem Satz konfrontiert: Sei froh das ich dich aufgenommen habe…… .

Ein sehr bewegendes Buch voller Schmerzen, Demütigungen und Qualen. Ich wünsche Natascha Kampusch alles Gute und ich hoffe dass die Erinnerung an diese Zeit weniger werden und sie sich Ihren Traum von einer eigenen Familie erfühlen kann. Was die Spekulationen in den Medien angehen, die werden sie leider weiterhin verfolgen, denn die Wahrheit was wirklich passiert ist, das weiß nur sie alleine…..

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Natascha Kampusch, geboren am 17. Februar 1988 in Wien, war Opfer einer der längsten Entführungen der jüngeren Geschichte. 2006 hat sie ihre Freiheit zurückerobert. Seither versucht sie, ein normales Leben zu führen. Im Frühjahr 2010 machte sie ihren Schulabschluss.

„Über Strecken lesen sich die 284 Seiten wie ein Lehrbuch der Psychologie mit einer einzigen Versuchsperson: Natascha Kampusch.“ (Berliner Zeitung, Norbert Mappes-Niediek, 08.09.10)

„Das Dokument einer Selbstermächtigung und die Zurückweisung der banalen Psychologisierungsmuster des Boulevards … Ein gutes Buch.“ (Der Tagesspiegel, Dennis Scheck, 26.09.10)

( Quelle: Text amazon – Bild Ullstein Verlag )

Rezension Der Kreuzworträtselmord von Kerstin Apel

Kurzbeschreibung

Die Berliner Journalistin Shiva ist alles andere als begeistert, als ihr Chef sie aus dem lang ersehnten Urlaub in Oberhof reißt, um einen uralten, längst gelösten Kriminalfall neu zu recherchieren. Und damit will der die miese Auflage steigern? 1981 hatte der Kreuzworträtselmord die ganze Republik wochenlang in Atem gehalten und eine der größten Fahndungsaktionen der DDR ausgelöst. Aber der Täter wurde gefasst und hat seine Strafe abgesessen. Lustlos beginnt Shiva, Zeugen zu befragen und die Fakten zu rekonstruieren. An eine Story glaubt sie nicht so recht. Nur, warum gibt sich die Polizei so zugeknöpft und wer versucht, den Täter zu verstecken? Als Shiva eine Zeugin ausfindig macht, wird sie angegriffen. Was ist damals wirklich geschehen?

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Die folgenden Sätze fallen mir nicht gerade leicht, aber ich werde dennoch dieses Buch rezensieren.

Der Kreuzworträtselmord war 1981 das schrecklichste Verbrechen mit der größten Fahndungsaktion in der ehemaligen DDR. Ich möchte auch nicht so viel über diese Handlung erzählen und ich frage mich immer wieder, was hat sie die Schriftstellerin dabei gedacht. Mit was für einer Last muss sie die letzten Jahre gelebt haben und warum außergerechnet jetzt bricht sie Ihr Schweigen.

Kerstin Apel, die EX-Freundin des Mörders, mischt Ihr grausames Geständnis in eine erfundene Geschichte und man kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

Zu Beginn lernt man Shiva, eine Journalisten aus Berlin kennen, die endlich Ihren langersehnten Winterurlaub in Oberhof, im schönen Thüringen, antritt. Auf einem Skiausflug lernt sie Susanne kennen und es entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden. Plötzlich muss Shiva dringend zurück nach Berlin, da in der Redaktion ein wichtiges Meeting ansteht. Die Umsatzahlen des Abendblattes fallen und ein neues Konzept erhofft sich neue Leser. Die neue Idee besteht darin, alte Kriminalfälle neu aufzurollen und vielleicht noch unentdeckte Beweise an die Leser zu bringen und damit die Umsatzahlen und den Erhalt der Zeitung zu sichern. Jeder der einzelnen Redakteure bekommt einen Fall zugewiesen und Shiva soll neue Ermittlungen im Fall der Kreuzworträtselmord zusammen suchen. Sie nimmt Kontakt zu verschieden Leuten auf, die in diesem Fall ermittelt haben und spricht mit Susanne über die neue Idee ihres Chefs, die völlig panisch auf den Fall reagiert.

Das war in groben die erfundene Geschichte, denn auf einmal ändert sich die Schriftart um man wird Zeuge, was wirklich im Januar 1981 passiert ist. Ich las diese grauenhafte Geschichte mit teilweise offenem Mund und es machte mich von Seite zu Seite wütender. Ich möchte über diese Tat kein Wort schreiben, denn ich bin mehr als geschockt und ich frage mich WARUM?

Warum dieses Buch und nicht gleich ein Geständnis?

Warum versucht sie nicht den kleinen Jungen helfen, vielleicht hätte er noch überlebt?

Warum ist sie nicht schon eher zur Polizei gegangen?

Warum legt sie jetzt ein Geständnis nach 32 Jahren ab?

Warum darf dieser Mörder nach Beendung seiner Haftstrafe seit 1999 anonym in Deutschland leben?

Ich frage mich immer wieder, was hat sich die Schriftstellerin dabei gedacht?

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Für mich ist dieses Buch schrecklich, ekelhaft, widerwärtig, abartig, grauenvoll und teilweise schäme ich mich, dass ich es überhaupt gelesen habe. Ja ihr lest richtig, so was habe ich noch nicht in den Händen gehalten und hoffe das es nie wieder passiert.

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Kerstin Apel

Kerstin Apel, Jahrgang 1963, lernte als Schülerin in Halle-Neustadt einen Jungen kennen, der zum Mörder werden sollte. »Der Kreuzworträtselmord« ist ihre erste schriftstellerische Arbeit. Nach 30 Jahren verarbeitet sie darin literarisch ihre eigenen traumatischen Erfahrungen. Denn was trotz all der Berichterstattung über den wohl aufsehenerregendsten Kriminalfall der DDR-Zeit nie bekannt wurde: Sie musste entdecken, dass ihr damaliger Freund den siebenjährigen Lars Bense in der Wohnung ihrer Mutter ermordete.

( Quelle: Sutton Verlag )