Rezension Sind Tote immer leichenblass? von Michael Tsokos

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Kurzbeschreibung_neu

Die größten Irrtümer über die Rechtsmedizin

Wo Professor Boerne irrt – Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner klärt auf

Werden Mordopfer tatsächlich von den Angehörigen in der Rechtsmedizin identifiziert? Sind Rechtsmediziner bei der Verhaftung eines Verdächtigen dabei? Nehmen sie an der Vernehmung von Zeugen teil? Und reiben sie sich vor der Obduktion Mentholpaste unter die Nasenlöcher, damit sie den Leichengeruch überhaupt ertragen können? Szenen wie diese gehören zum Standardrepertoire von Fernsehkrimis. Doch mit der Realität haben sie nur selten etwas zu tun. Meist handelt es sich um Klischees von Vorgängen im Sektionssaal. Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und vielfacher Bestsellerautor, nimmt die bizarrsten Irrtümer aufs Korn. Er erläutert die teils groben Fehler und informiert unterhaltsam und spannend zugleich über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin.

Inhalt

Die Rechtsmedizin ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und tritt immer mehr in die Öffentlichkeit.

Szenen aus dem TV oder in der Kriminalliteratur sind reine Fiktionen und meilenweit von der Realität entfernt. Rechtsmediziner, Gerichtsmediziner und Pathologen gelten als ein und derselbe Beruf und dass sie nur mit Toten arbeiten ist ein weit verbreiter Irrtum. Zudem sind sie alle schräge Vögel und haben sonderbare Interessen und außergewöhnliche Hobbys.

Dank verschiedener Serien oder sogar Filme, man erinnere sich an „Das Schweigen der Lämmer“, wird die Arbeit der Rechtsmediziner und deren Abläufe in einem völlig anderen Bild widergespiegelt. Hier ein typisches Beispiel: Die Identifizierung eines Toten wird nie in einem Sektionssaal stattfinden. Dort läuft auch bei den Obduktionen keine klassische Musik, wie bei Prof. Boerne im Tatort Münster. Was die Leichen betrifft, auch diese liegen dort nicht tagelang unter einem Laken auf dem Sektionstisch.

Meine Meinung_neu

Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner Prof. Michael Tsokos holt sie mit diesem Buch aus der fiktionalen Welt heraus. Die Reise beginnt im Keller jenes Krankenhauses, wo viele davon ausgehen, das dort die rechtsmedizinische Abteilung ist. Der Leser wird überrascht sein, wo sich dieser Bereich tatsächlich befindet.

Das Buch ist in kurzen Kapiteln aufgebaut und auf amüsante Art und Weise und ohne medizinisches Kauderwelsch steht Prof. Michael Tsokos Rede und Antwort. Ein sehr spannendes und informatives Buch über die Rechtsmedizin in Deutschland.

Dieses Buch muss man lesen!!!

5-5


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© FinePic / Helmut Henkensiefken

Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller.

(Bild- und Textquelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur)

Weitere Bücher von Michael Tsokos

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Rezension Die Logik der Tat von Alexander Horn

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Erscheinungstermin: 1.Oktober 2014 – Preis: 19,99 € – Authentische Kriminalfälle

Verlag: Droemer HC – Gebundene Ausgabe: 256 Seiten – ISBN: 978 – 3426276266

*LESEPROBE*

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Erkenntnisse eines Profilers

Eine junge Frau in Niederbayern verschwindet spurlos. Ein Unbekannter entführt Kinder aus Schullandheimen. Die Polizei sucht über viele Jahre die Unbekannten, die acht Türken und einen Griechen erschossen haben. Das sind Fälle aus der Praxis des Fallanalytikers Alexander Horn – Fälle, in denen die Polizei vor großen Rätseln stand und ihn und sein Team um Rat fragte; Fälle, bei denen er auf der richtigen Spur war. Erstmals beschreibt Alexander Horn nun große Kriminalfälle in seiner Karriere. Er schildert, wie die Fallanalyse funktioniert – als Beratung für Sonderkommissionen, als Puzzle zur Rekonstruktion eines Verbrechens, als Weg, Ermittler zunächst unfassbare Taten besser verstehen zu lassen. Horn erläutert, was im Kopf von Mördern vor sich geht, die schreckliche Verbrechen begehen.

Inhalt
Analytisches Denken – Profiling ist keine Zauberei

Seit 1998 leitet Alexander Horn die Operative Fallanalyse im Polizeipräsidium München. Als polizeilicher Fallanalytiker berät und unterstützt er Sonderkommissionen bei Sexual-, Serienmorden und Serienvergewaltigungen. In diesem Buch gewährt er uns einen tiefen Einblick in seinen Beruf anhand komplexer und schwerwiegender Verbrechen in Deutschland.
Er beschreibt die Vorgehensweise und die Ermittlungen, aber vor allem die wichtige Zusammenarbeit mit der Polizei, seinem Team und der Rechtsmedizin. Doch wie ist es möglich, eine Rekonstruktion der Tat zu erstellen und das Verhältnis zwischen Opfer und Täter zu beurteilen? Wie entstand das Verbrechen? Wurde es geplant oder entstand es aus einer Situation heraus? Treffen Täterprofile immer zu und anhand welcher Kriterien kann man den Kreis der Verdächtigen eingrenzen? Leiden Täter unter psychischen Erkrankungen oder wussten sie, was sie taten?
Alexander Horn versetzt sich in den Täter und Dank jahrelangen Erfahrungen gelingt es ihm und seinen Kollegen, eine Aufklärungsquote in Tötungsdelikten von mehr als 90 Prozent zu erreichen und den Täter zu finden.

Meine Meinung
Dieses Buch ermöglicht Einblicke in die Fallanalyse in Deutschland anhand bekannter Verbrechen aus den letzten Jahren. Besonders der Fall des Maskenmannes, der von 1992 bis 2004 in Norddeutschland Angst und Schrecken verbreitete, schockierte mich zutiefst.
Die umfassende Recherche der Fälle und die Abläufe beschreibt Alexander Horn sehr ausführlich und ohne jeglichen Schnörkel. Hier erfährt der Leser Vorgehensweisen, die man aus den Medien niemals erfahren würde. Sicherlich werden bestimmte Dinge nicht in diesem Buch erläutert, die aus damaligen ermittlungstechnischen Gründen nicht genannt werden durften, aber auch Serientäter verschweigen gegenüber der Polizei oftmals wichtige Informationen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Schatzkästchen-Syndrom:
„Ein überführter Serienmörder will bestimmte Aspekte seiner Taten für sich behalten – als letzte Ausübung von Kontrolle, nachdem ihm alles andere genommen wurde.“

Fazit

Ein sachliches und spannendes Buch über die Operative Fallanalyse in Deutschland.
Absolut empfehlenswert!

Meine Bewertung:

5-5

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Alexander Horn, geboren 1973 in Bad Tölz, ist einer der bekanntesten deutschen Fallanalytiker. Nach seiner Ausbildung als Kriminalpolizist war er Mitbegründer des Täterprofilings bei der Münchner Mordkommission. Als Leiter der Dienststelle für Operative Fallanalyse (OFA) war Alexander Horn maßgeblich an der „Soko Dennis“ sowie der „BAO Bosporus“ beteiligt.

(Bild/Textquelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur)

Rezension Ich musste sie kaputt machen von Stephan Harbort

Ich musste sie kaputt  machen

Erschienen am: 11. Oktober 2013 – Preis: 9,99 € – Sachbuch

Verlag: Ullstein – Taschenbuchausgabe: 384 Seiten – ISBN: 978-3548374796

*LESEPROBE*

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Der Name Joachim Georg Kroll steht für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. In mehr als zwei Jahrzehnten tötete der Serienmörder mehrere Frauen und Mädchen, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Mit analytischer Schärfe untersucht der bekannte Kriminalist Stephan Harbort den Fall des »Jahrhundertmörders«. Dabei entsteht das beeindruckende Psychogramm eines Mannes, der zeit seines Lebens von seinen Trieben gesteuert wurde.

Inhalt

Deutschlands bekanntester Serienmörder Joachim Georg Kroll wurde am 17.April 1933 in Hindenburg geboren und wuchs in einer ärmlichen Großfamilie auf. Er war immer das schwarze Scharf in der Familie, Bettnässer, wurde hart bestraft, Liebe und Zuwendung gab es ab und an von der Mutter, wenn die Zeit es zuließ. Er litt unter der Zurückweisung seiner Geschwister und wurde von seinem Vater sehr früh aus dem Hause getrieben. Mit gelegentlichen Aushilfsjobs auf Bauernhöfen kämpfte er sich durchs Leben. Kontakt zu anderen Menschen vermied er. Er lebte in seiner eigenen Welt und zog sich mehr und mehr zurück. In der Pubertät kamen das Interesse und das Verlangen nach Frauen und Sexualität, doch durch seine stumpfe und gefühllose Art, erntete er nur Abweisung. Der Drang nach der sexuellen Befriedigung steigerte sich enorm und durch Selbstbefriedung und Sex mit Tieren konnte er diesen für kurze Zeit mindern. Doch lange konnten diese Praktiken sein Verlangen nicht stillen und er wurde zur einer tickenden Zeitbombe. Im Alter von 22 Jahren verlor er seine Mutter und kurze Zeit später beging er seinen ersten Mord an einer schwangeren Frau. Seine weiteren Opfer, überwiegend Frauen und Mädchen, suchte er sich zufällig aus, um seinen sexuellen Drang zu bändigen. Er verfolgte seine Opfer und überfiel sie hinterrücks, würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit, verging sich sexuell an ihnen und tötete sie, aus Angst, gefasst zu werden, um sein Verlangen zu stillen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang tötete Kroll, ohne gefasst zu werden. Trotz DNA am Tatort, führten die Spuren nicht zum ihm, denn bereits vorbestrafte Täter gerieten in den Kreis der Verdächtigen und wurden für diese Taten beschuldigt. Somit konnte Kroll weiter morden, bis ihn die Polizei 1976 in seiner Wohnung verhaftete.

Kroll gestand zuerst die Morde und kooperierte mit der Polizei. Kurze Zeit später wand sich das Blatt und er zog seine Geständnisse zurück und schwieg für lange Zeit. Erst drei Jahre nach der Festnahme begann der Prozess gegen die Bestie vom Rhein. Kroll gestand erneut die Morde, ihm konnten aber nur acht von 11 Morden aus Mangel an Beweisen nachgewiesen werden. Er bekam lebenslänglich und verstarb 1991 in der JVA Rheinbach.

Meine Meinung

Ich bin immer noch sprachlos und mir fehlen die Worte für diese Geschehnisse. Wie konnte ein Mörder so lange Zeit sein Unwesen treiben? Stand die Polizei unter dem Druck der Öffentlichkeit, endlich dem Ganzen ein Ende zu setzen und einen Mörder zu präsentieren, der überhaupt nicht für die grausamen Taten verantwortlich war? Wie viel Leid und Schmerz den Familien der Opfer zugefügt wurde, kann man schwer in Worte fassen.

Stephan Harbort durchleuchtet den Jahrhundertfall in der deutschen Justiz anhand von unterschiedlichen Quellen, schildert in seinem umfangreichen Buch die Geschichte des Joachim Georg Kroll auf eine sehr sachliche Weise.

Fazit

Erschreckend und angsteinflößend, denn alles, was in diesem Buch steht, passierte in Wirklichkeit. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich die Bücher von Stephan Harbort – denn das ist sein Spezialgebiet!

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Stephan HarbortStephan Harbort, geboren 1964 in Düsseldorf, ist Kriminalhauptkommissar und Deutschlands bekanntester Serienmord-Experte. Er entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern und ist als Fachberater für TV-Beiträge tätig.

( Bild-/ Textquelle: Ullstein Verlag )

Homepage von Stephan Harbort:

http://www.der-serienmoerder.de/

Rezension Faszination des Bösen von Peter Schnieders

Faszination des Bosen

Erschienen am: 17. Februar 2014 – Preis: 8,99 € – Authentische Kriminalfälle

Verlag: Goldmann – Taschenbuchausgabe: 256 Seiten – ISBN: 978-3442157815

*LESEPROBE*

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Authentischer und spannender, als es ein Krimi je sein könnte

Im Laufe seiner Karriere hat Kriminalhauptkommissar Peter Schnieders über tausend Leichen gesehen und noch weit mehr Fälle bearbeitet: in der Mordkommission, im Raubdezernat und bei der Sitte. Es ist die Faszination des Bösen, die für ihn den Reiz seines Berufs ausmachte, und sie lässt ihn bis heute nicht los. In seinem Buch erzählt er von neuen Fällen, die die Abgründe des Lebens offenlegten und ihm besonders unter die Haut gingen.

„Für Peter Schnieders wurde der Beruf zur Berufung. Er bringt uns die Schicksale der Opfer und Täter näher, die ihn wirklich berührten.“ Die Zeit

Inhalt

Der ehemalige Polizeikommissar Peter Schnieders, der später zum Leiter der Kölner Mordkommission wurde, berichtet von seinen spektakulärsten Fällen in seiner Laufbahn. In seinem Buch wird der Leser Zeuge grausamer und vor allem heimtückischer Gewaltverbrechen. Die Fälle beschreibt er sehr umfassend, von der Entstehung der Tat, intensiver Arbeit und Ermittlungen von Polizei und Rechtsmediziner bis hin zur Aufklärung und Überführung.

Er berichtet von Tätern, die durch Drogenkonsum in den Wahnsinn getrieben wurden. Einen Jugendlichen, der durch den Verlust vertrauter Menschen in eine paranoide Psychose fiel. Außerdem schildert er erschreckende Suizid-Fälle und weitere Verbrechen in Deutschland – unter anderem schwere Raubüberfalle mit Todesfolge.

In mehr als 30 Jahren hat Kom. Schnieders dutzende Leichen gesehen, und für den pensionierten Kommissar dient dieses Werk auch gleichzeitig dazu, verschiedene Dinge aufzuarbeiten und zu verarbeiten.

Meine Meinung

Wieder einmal ein sehr interessantes Buch über wahre Verbrechen in Deutschland. Einmal angefangen zu lesen, kommt man kaum davon los. Ich bin immer wieder erstaunt und geschockt darüber, zu was Menschen alles fähig sind und gleichzeitig fasziniert von der Arbeit der Polizei.

Fazit

Verbrechen, die Gänsehaut verursachen.

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Foto von Peter SchniedersPeter Schnieders wurde 1948 geboren. Er war 43 Jahre Polizist, davon 36 Jahre bei der Kriminalpolizei in Köln. Seit zwei Jahren pensioniert, lebt der ehemalige Erste Kriminalhauptkommissar heute in einem kleinen Ort in der Nähe von Köln.

( Bild: ©Boris Breuer – Textquelle: Random House )

Rezension Der Fall Peggy – Die Wiederaufnahme von Ina Jung und Christoph Lemmer

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Erscheinungstermin: 14. März 2014 – Preis: 0,99 €

Verlag: Droemer Knaur – Ebook: 39 Seiten – ISBN: 978-3426432990

*LESEPROBE*

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Ein Buch mit Folgen: Der Fall Peggy wird wieder aufgenommen.

„Der Fall Peggy – Die Wiederaufnahme“ ist das aktuelle Update zu den Ereignissen um den Vermisstenfall Peggy Knobloch: Die neunjährige Peggy verschwindet am 7. Mai 2001 spurlos. Keine Zeugen, keine Beweise, keine Leiche. Und dennoch wird der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

In ihrem Buch „Der Fall Peggy. Die Geschichte eines Skandals“ legen Ina Jung und Christoph Lemmer haarsträubende Ermittlungspannen und willkürliche Manipulationen offen, die zur Verurteilung führten: Ein systematisches Fehlurteil auf Betreiben von Politik und Justiz. Auch Dank der Recherchen des Autorenduos wird der Prozess gegen Ulvi Kulac im April 2014 neu aufgerollt.
Im Update zum Wiederaufnahmeverfahren berichten Ina Jung und Christoph Lemmer, was seit der Veröffentlichung ihres Buches geschehen ist: Es gibt neue polizeiliche Ermittlungen, die einen dringend Tatverdächtigen in den Fokus rücken. Und die Justiz vollführt eine plötzliche Kehrtwende, die erschreckende Missstände im System offenbart.

Ina Jung und Christoph Lemmer liefern die brisanten Hintergrundinformationen zu einem Fall, der die Öffentlichkeit noch lange beschäftigen wird.

Inhalt

Die Journalisten Ina Jung und Christoph Lemmer sorgten mit ihrem ersten Buch über den Fall Peggy für großes Aufsehen. Sie begannen mit ihren Nachforschungen, interviewten Zeugen, durchforsteten polizeiliche Akten, und rollten den Fall für sich neu auf. Nach Erscheinen dieses Buches im Mai 2013 stieg das Medieninteresse enorm an und der Tatverdacht gegen U. Kulac sank von Tag zu Tag. Immer wieder stießen die Journalisten auf erhebliche Fehler in der damaligen Vernehmung und Zeugen nahmen ihre belasteten Aussagen zurück.

Dank den Journalisten, Kulacs Amtsbetreuerin Gudrun Rödel, die immer an seine Unschuld glaubte, und seinem Anwalt Michael Euler wird das rechtskräftige Urteil gegen Ulvi Kulac aufgehoben und seit dem 10. April 2014 in Bayreuth neu aufgerollt.

Mittlerweile spricht man von einem neuem Tatverdächtigen, der bereits Peggys Freundin sexuell misshandelt haben soll. Dieser befindet sich bereits wegen dieser Tat in Untersuchungshaft, hatte aber zu dem Zeitpunkt vor dem Verschwinden von Peggy Kontakt zu dem Mädchen.

Meine Meinung

Bereits als ich das erste Buch über den Fall Peggy las, war ich schockiert über die Art und Weise der damaligen Arbeit der Polizei. Zeugen wurden mit der unzulässigen Reid Methode eingeschüchtert und unter Druck gesetzt, um Falschaussagen zu Protokoll zugeben und U. Kulac, ein geistig behinderter Mann, wurde des Mordes beschuldigt und verurteilt.

In diesem kurzen Bericht vor der Wiederaufnahme finden die Journalisten Jung und Lemmer erneute dramatische Fehler in den Abläufen, die zur Verurteilung von Kulac führten. Wie können solche Fehler in Deutschland passieren? Das wichtige einflussreiche Gutachten wurde nicht rechtmäßig durchgeführt und zudem dürfte es nicht in die Verurteilung damals mit eingeschlossen werden. Doch leider sah keiner diese Fehler, keiner unternahm Nachforschungen. Für die Polizei war Kulac der Mörder.

Noch läuft der Prozess und ich hoffe, dass sie endlich den wahren Mörder von Peggy finden. Ich werde den Fall weiterhin verfolgen und bin gespannt, wie es für alle Beteiligten endet.

Fazit

Ein spektakuläres Fehlurteil und die Hoffnung auf Gerechtigkeit für U. Kulac

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

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Ina Jung ist Journalistin und Filmautorin beim Bayrischen Fernsehen. Gemeinsam mit Friedrich Ani erhielt sie für das Drehbuch zu dem auf dem Fall von Peggy Knobloch basierenden Spielfilm „Das unsichtbare Mädchen“ den Bayerischen Fernsehpreis 2012.

Christoph Lemmer, geboren 1961 in West-Berlin, studierte BWL und arbeitet seit 1980 als Journalist für Printmedien und Hörfunk.

( Bild-/ Textquelle: Droemer Knaur Verlag )

Rezension Spurensuche von Franziska v. Aspern & Bodo Marks

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Erscheinungstermin: 1. März 2012 – Preis: 19,99 € – Sachbuch

Verlag: Militzke – Broschierte Ausgabe: 112 Seiten – ISBN: 978 – 3861898504

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Vor dem Fernseher ist der Zuschauer dem Reiz der Rechtsmedizin längst erlegen. Die zahlreichen Produktionen vermitteln jedoch selten ein wirklichkeitsgetreues Bild von der Arbeit der Rechtsmediziner. Dass sich diese oftmals viel spannender und lebendiger als im Film gestaltet, zeigt dieses Buch.

Für die Autorin Franziska von Aspern und den Fotografen Bodo Marks öffneten sich die Türen des rechtsmedizinischen Instituts der Universitätsklinik Hamburg. Hier führten sie Gespräche mit Mitarbeitern der unterschiedlichsten Fachbereiche und schauten den Rechtsmedizinern bei der Arbeit über die Schulter.

Der Institutsdirektor, Sektionsassistenten, DNA-Experten, ein Kriminalhauptkommissar und viele andere erläutern anhand ihrer spannendsten Fälle Vorgehensweisen, Methoden und das vielfältige Aufgabenspektrum. Dabei räumen sie mit so manchem Vorurteil auf.

Entstanden ist ein Text-Bild-Band, der anschaulich, doch diskret zeigt, wie es im Obduktionssaal und in den forensischen Labors tatsächlich zugeht.

Das Buch liefert aufschlussreiche, wenig bekannte Informationen. Wer weiß schon, dass in Deutschland genauso viele Tote wie Lebende im Auftrag der Rechtsprechung untersucht werden? Und wir erhalten Antworten auf spannende Fragen wie: Warum wird man Rechtsmediziner? Wie erträgt man die tägliche Konfrontation mit Tod und Gewalt? Lesen Rechtsmediziner Kriminalromane?

Inhalt

„Tote haben keine Lobby“

Rechtsmediziner in Deutschland befassen sich nicht nur mit den Toten und deren Todesursache durch Mord- und Gewaltdelikte. Sie werden auch bei Naturkatastrophen, Kindesmisshandlungen und Gutachten von lebenden Opfern zur Rate gezogen.

1999 wurde durch das BKA die Operative Fallanalyse in Deutschland eingeführt. Entstanden ist diese in den USA und ist dort unter dem Namen CSA (Crime-Scene-Analysis) bekannt. Hierbei wird nach dem Prinzip ermittelt: Wer wurde wann und wie getötet? Die Spurensuche beginnt bereits am Tatort durch die ermittelnden Kommissare und Rechtsmediziner, bis hin zur Obduktion in den jeweiligen Rechtsmedizinischen Instituten.

Doch wer sind diese Menschen, die sich hinter verschlossenen Türen mit dem Tod befassen?

In diesem überaus interessanten Buch stehen verschiedene Rechtsmediziner Rede und Antwort. Zudem werden durch das umfangreiche Bildmaterial Einblicke in die Rechtsmedizin gewährt und der Alltag dieser besonderen Menschen dargestellt.

Meine Meinung

Mit großem Interesse las ich dieses Buch und bin erneut überrascht, mit wie vielen unterschiedlichen Methoden und Einsatzgebieten sich Rechtsmediziner beschäftigen. Das Spektrum ist größer, als so oft in TV-Serien zu sehen ist. Hierbei handelt es sich oftmals um Fiktion, denn so würde eine Obduktion in Deutschland niemals ablaufen.

Was mich am meisten überraschte, war die Dunkelziffer der weit über 1000 ungeklärten Tötungsdelikte in Deutschland, die durch Fehlentscheidungen entstanden ist.

„Wenn auf jedem Grab eines unentdeckten Ermordeten eine Kerze stünde, wären Deutschlands Friedhöfe hell erleuchtet.“

Oftmals werden übereilte Diagnosen erstellt und keine umfangreiche Leichenschauen durchgeführt. Dank spezieller Techniken, kann auch viele Jahre nach Eintritt des Todes eine Spurensuche oder eine Obduktion an den Verstorben vorgenommen werden. Somit werden nachträglich Beweise eines Mord- oder Gewaltdeliktes sichergestellt.

Für mich sind all diese Menschen in den Instituten, die sich tagtäglich mit Opfern und deren Schicksale beschäftigen, besondere Menschen, die meinen vollsten Respekt verdienen.

Fazit

Ein sehr umfangreiches, interessantes Buch über die bemerkenswerte Arbeit der Rechtsmediziner in Deutschland.

Meine Bewertung:

5-5………………………………………

Franziska von Aspern, studierte in Hamburg Kommunikationsdesign und arbeitet seit 1980 als freiberufliche Illustratorin und Autorin von Sachbüchern. Diverse Ausstellungen, darunter eine Sonderausstellung medizinischer Illustrationen im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. 1987 und 2001 wurde sie mit dem Preis Schönste Bücher von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.

Bodo Marks lebt nach mehreren Auslandsaufenthalten wieder in Hamburg und ist dort als Fotojournalist freiberuflich für die Deutsche Presse Agentur tätig. Außerdem realisiert er eigene Reportageprojekte im In- und Ausland, u. a. Gekentert im Plastikmeer (2008), das die prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von Immigranten im südspanischen Gemüseanbaugebiet Almería zeigt.

( Textquelle: Amazon )

Rezension Schockgefroren von Sascha Buzmann

Schockgefroren

Erscheinungstermin: 13. März 2014 – Preis: 9,99 € – Erfahrungen

Verlag: Bastei Lübbe – Taschenbuchausgabe: 288 Seiten – ISBN: 978 – 3404607686

Auch als Ebook erhältlich: KindleEPUB

*LESEPROBE*

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Am 9. Januar 1986 wird der neunjährige Sascha wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt  verschleppt. Stundenlang zerrt ihn der wildfremde Mann in der kalten Winternacht über Feldwege und Wiesen bis zu einem einsamen Grundstück, auf dem ein Wohnwagen steht. Ohne Toilette, ohne Wasser, nachts kommen die Ratten. Fast drei Monate überlebt der kleine Junge, bevor er durch Zufall gerettet wird. Dies is seine Geschichte.

Inhalt

„Die Welt ist gefährlich, und ich war nicht darauf vorbereitet.“

Am 9. Januar 1986 wurde der 9 jährige Sascha Buzmann auf dem Nachhauseweg überfallen und entführt. Der Täter, ein Landstreicher und Alkoholiker hielt den kleinen Jungen über 86 Tage in seiner Gefangenschaft. Fast täglich wurde Sascha schwer misshandelt und er durchlebte ein grausames Martyrium.

Entweder. Oder.

In einem verwahrlosten Bauwagen an einem abgelegen Ort wurde aus dem verängstigten Kind ein Erwachsener, denn nur so überlebte er die Tage in den Händen seines Entführers. Immer wieder wurde er unter Druck gesetzt. Entweder ließ er die körperlichen und psychischen Misshandlungen zu oder sein Peiniger drohte, ihn zu töten.

25 Jahre nach der grausamen Tat nimmt ein Journalist erstmals Kontakt zu Sascha Buzmann auf, um über dessen Entführung zu berichten. Für Sascha ist dies der erste Schritt, um aus der Isolierung auszubrechen und die schreckliche Erinnerung aufzuarbeiten und zu bekämpfen.

Meine Meinung

Sascha Buzmann berichtet über seine verlorene Kindheit, seinen Kampf ums Überleben und über sein Leben nach der Gefangenschaft. In kurzen Kapiteln beschreibt er seine furchtbaren Erlebnisse, parallel zu seiner Rückkehr in ein halbwegs normales Leben.

Dieser spektakuläre Fall erschütterte Deutschland und noch heute berichten die Medien immer wieder von Kindesmisshandlungen und Entführungen. Sascha Buzmann möchte zudem mit seinem Buch Menschen zum aktiven Handeln animieren. Er wünscht sich mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit in bestimmten Situationen, in denen Kinder von fremden Personen angesprochen werden.

Ich kann meine Gedanken schwer in Worte fassen, denn ich bin immer noch schockiert über die Geschehnisse, die er als kleiner Junge durchleben musste. Hass, Wut und tiefe Trauer überkamen mich und oftmals wischte ich mir während des Lesens Tränen aus den Augen. Dieses Buch hat mich zutiefst bewegt und noch lange Zeit nach dem Lesen beschäftigt.

Fazit

Ein Buch, das den Leser berührt und nachdenklich macht.

Meine Bewertung:

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Heute ist Sascha Buzmann 35 Jahre alt. Seit 26 Jahren muss er sein Leben bewältigen, im Gepäck seine traumatische Vergangenheit. Um sich und seiner Zukunft eine Chance zu geben, hat er sich entschlossen, sein Schweigen zu brechen und nun endlich seine Geschichte zu erzählen.

( Textquelle: Bastei Lübbe )