Rezension Drecksspiel von Martin Krist

Drecksspiel

Kurzbeschreibung1

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall …

Inhalt1

Dem Unternehmer Philipp wachsen die Probleme über den Kopf, denn sein Graphikunternehmen läuft seit langem nicht mehr so, wie er es sich es vorgestellt hat. Zusammen mit seiner Frau Hannah und dem gemeinsamen Baby flüchteten sie kurzerhand aus der Großstadt Berlin in ein abgelegenes Ferienhaus. Doch an diesem Ort beginnt ein Albtraum….

Zur gleichen Zeit erfährt der gestandene, sehr freilebende Toni Risse, dass seine Freundin, eine Prostituierte, ein Kind von ihm erwartet. Doch der Jubel bleibt aus, für ihn bricht eine Welt zusammen, denn ein Kind war nicht geplant. Bevor sich Toni weiter Gedanken darüber macht, flüchtet er aus der für ihn beängstigenden Situation. Ein großer Fehler, den er bereuen wird, denn kurze Zeit später wird seine Freundin tot aufgefunden. Toni sitzt in der Klemme, anhand der Spuren befindet er sich im Kreis der Verdächtigen. Für Toni beginnt eine Hetzjagd … Er muss den Täter finden, bevor die Polizei seine Spuren am Tatort findet.

Der ehemalige Polizist David Gross, ein unscheinbarer Mann, der sich gerne gegen gute Bezahlung die Hände für andere schmutzig macht, observiert am gleichen Tag ein Wohnhaus in Berlin. Ein neuer Auftrag von seinem Arbeitgeber, dem Staatsanwalt Richard Grabner. Zusammen haben sie bereits mehrere schwerwiegende Fälle mit gezielter Gewalt gelöst, wenn die Paragraphen nicht weiterhalfen. Zusätzlich bekommt Groß einen sehr privaten Auftrag, denn seit ein paar Tagen wird das Patenkind des Staatsanwalts vermisst. Trotz der Übergabe des geforderten Lösegeldes, bleibt das Mädchen weiterhin verschwunden. 

Herzlich Willkommen im schönen Berlin mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Doch Martin Krist beschäftigt sich in diesem Thriller nicht mit den beliebten Plätzen in der Landeshauptstadt. Er begleitet den Leser zu den Orten, die nur ein waschechter Berliner kennt. In dieser angsteinflößenden Umgebung regiert die Gewalt, genährt von der Prostitution und der Drogenhandel gibt den zusätzlichen Kick für ein spektakuläres Abenteuer.

Fazit1

Der Autor wagt sich mit dem Drecksspiel an was Neues, denn es ist überhaupt nicht zu vergleichen mit der Mädchenwiese. In diesem waghalsigen Spiel spielen mehrere Charaktere mit, die durch drei Handlungen über das Spielfeld gehen. In den einzelnen Anschnitten entsteht ein regelrechter Spannungskampf und Level für Level schickt er die Teilnehmer auf eine gemeinsame Zielgerade. Die Beziehungen, die sich nach und nach zwischen den einzelnen Personen herauskristallisieren, verschlagen einem die Sprache und bringen das ersehnte Licht ins Dunkel.

Als ich zu Beginn die Charakterliste des Drecksspiels las, war ich überrascht und, ich gestehe es, auch etwas überfordert. Nach den ersten 100 Seiten musste ich mich erst einmal sammeln, denn die Sprünge zwischen den einzelnen Absätzen bzw. Kapiteln waren doch sehr enorm. Auch, wenn es zu Beginn drei Handlungen sind, muss man eine persönliche Ordnung in seinem Kopf schaffen und die jeweiligen Absätze sortieren. Trotz anfänglicher Koordinationsprobleme, steigt die Spannung deutlich zum Ende an. Martin Krist‘s Spielregeln sind hart; ohne Gnade kickt er die Teilnehmer aus seinem Drecksspiel, denn nur einer kann gewinnen.

Für mich war dieser Thriller lesenswert, doch fiel mir das Lesen mit der Zusammengehörigkeit der einzelnen Personen schwer. Mit seinem Buch die Mädchenwiese hatte Martin Krist die Thriller-Messlatte sehr hoch gesteckt und Drecksspiel kann für mich diese gewisse Spannungshöhe nicht erreichen. Trotzdem empfehle ich diesen Thriller gerne weiter und wünsche allen Lesern ein spannendes Dreckspiel im schönen Berlin.

Diesesr Thriller bekommt von mir

3-5

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MK

© Bianca Krause, Fotosinfonie

Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.

(Quelle: Amazon)

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